Windkraft & Bauleitplanung

Für eine nachhaltige, zukunftssichere und unabhängige Energieversorgung.

warum Windkraft?

Die Energiewende ist einerseits eine der bedeutendsten Herausforderungen unserer Zeit, gleichzeitig bietet sie aber auch enormes wirtschaftliches Potential. Die Windkraft spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie auch Strom liefert, wenn keine Sonne scheint. Sie gilt als der „Lastesel“ der Energiewende und erzeugt mittlerweile knapp ein Drittel des deutschen Strombedarfs. Wir setzen uns für den lokalen Windkraftausbau ein.

Windenergieanlagen sind seit 1997 nach § 35 Absatz 1 Nummer 5 Baugesetzbuch (BauGB) im Außenbereich privilegiert. Das bedeutet, dass die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen im Außenbereich grundsätzlich zulässig sind, solange öffentliche Belange nicht beeinträchtigt werden und die Erschließung gesichert ist. Im Jahr 2017 hat sich die Gemeinde Herzebrock-Clarholz mit der 21. Änderung des Flächennutzungsplans dazu entschlossen, eine Steuerung der Flächen im Rahmen einer Konzentrationszonenplanung vorzunehmen, um damit auf dem gesamten Gemeindegebiet der Windenergie substanziell Raum zu verschaffen. Ständig wechselnde Vorgaben von Bund und Land haben dieses Verfahren erschwert. Stand des Offenlegungsbeschlusses ist, dass der Windenergie ca. 300 ha zur Verfügung gestellt werden sollten. Doch mit dem Wind-an-Land-Gesetz sind die Bezirksregierungen aufgefordert worden, Flächen im Regionalplan auszuweisen. Die Flächen im Regionalplan erfordern ein einheitliches Kriterien Set über den gesamten Planungsraum OWL. Somit sind für das Gemeindegebiet Herzebrock-Clarholz nun nur noch ca. 40 ha für die Windenergie ausgewiesen. Allerdings ist die kommunale Planungshoheit auch durch die Flächenkulisse im Regionalplan nicht eingeschränkt. Möchte die Kommune zusätzliche Flächen für die Windenergie ausweisen, kann sie für ihr Gebiet eine Positivplanung vornehmen.[1]  Hier werden im Flächennutzungsplan zusätzliche Gebiete für die Windenergie ausgewiesen. Ob eine Windenergieanlage gebaut werden darf, entscheidet sich erst im nachfolgenden Baugenehmigungsverfahren.


 [1] Antrag verlinken

Windkraft trägt erheblich zur heimischen Wertschöpfung bei. Durch den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen entstehen regionale Arbeitsplätze, sowohl in der Errichtungsphase als auch im laufenden Betrieb und der Wartung. Davon profitieren Branchen wie Tiefbau, Elektrotechnik, Transport aber auch Abbruchunternehmen und viele weitere heimische Sektoren. Zudem reduziert die Nutzung von Windenergie die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen, was die Versorgungssicherheit erhöht, und langfristig stabile Energiepreise gewährleistet.

Windenergieanlagen stärken die kommunale Finanzkraft durch Beteiligungen an den Einnahmen. Jedes Windrad bedeutet gesicherte Einnahmen über die Kommunalabgabe von 0,2 Cent je erzeugter kWh von mindestens 400.000 € in dem Betriebszeitraum von 20 Jahren. Die zu erwartende Gewerbesteuer erhöht diesen Betrag noch einmal. Diese garantierten Einnahmen können in soziale Projekte vor Ort investiert werden, der unmittelbare Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger erhöht die Akzeptanz der Windkraftprojekte.

Ein weiterer zentraler Punkt ist der Umweltschutz. Windkraft ist eine saubere Energiequelle, die mit ca. 7,9-10,6 g CO2 je erzeugter kWh eine der klimafreundlichsten Formen der Stromerzeugung darstellt und somit einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leistet. Zudem schont die Nutzung von Windenergie natürliche Ressourcen und reduziert die Umweltbelastung durch den Abbau, den Transport und das Verbrennen fossiler Energieträger.

Die Windkraftbranche ist ein Motor für Innovation und technologische Entwicklung. Durch Investitionen in Forschung und Entwicklung entstehen neue Technologien, die die Effizienz und Leistungsfähigkeit von Windenergieanlagen kontinuierlich verbessern. Dies führt zu einer Steigerung der Energieausbeute und einer weiteren Senkung der Kosten.

Eine erfolgreiche Energiewende erfordert die Akzeptanz und Unterstützung der Bevölkerung. Durch transparente Planungsprozesse, frühzeitige Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie Möglichkeiten zur Beteiligung und Mitsprache können Vorbehalte und Ängste abgebaut werden. Bürgerwindparks, bei denen die Einwohner finanziell am Gewinn beteiligt werden, sind ein bewährtes Modell, um die lokale Akzeptanz zu erhöhen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wir setzen uns für eine breite Beteiligungsmöglichkeit ein.

Zurzeit stehen in Deutschland ca. 30.000 Windkraftanlagen (WEA) an Land (onshore) mit einer Gesamtleistung von knapp 65 Gigawatt (GW). Zur erfolgreichen Energiewende wird mit ca. 200 GW installierter Leistung geplant. Dies bedeutet aber keinesfalls eine simple Erhöhung der Anlagenzahl! Viele der bestehenden alten Anlagen haben eine Leistung von 0,5-1,5 Megawatt (MW) und aufgrund der niedrigen Höhe nur ca. 1500 Volllaststunden (VLS) im Jahr. Neue moderne Anlagen haben eine Leistung von 6 -7 MW und erreichen aufgrund ihrer Höhe gute 2500 VLS! Insgesamt erzeugt eine solche Anlage je nach Standort bis zu 16 Mio. kWh. Somit werden weiterhin nur etwa 30.000 WEA in Deutschland stehen, aufgrund der größeren Abstände untereinander werden aber noch neue Standorte benötigt.

Windkraft steht aber auch häufig in der Kritik, etwa wegen angeblicher Gesundheitsrisiken durch Infraschall, der Zerstörung von Landschaftsbildern oder der Gefährdung von Vögeln. Studien zeigen jedoch, dass Infraschall[1]  von Windrädern weit unterhalb gesundheitsschädlicher Schwellen liegt –deutlich geringer als bei Autos oder Haushaltsgeräten. Das CDU geführte Wirtschaftsministerium hatte sich aufgrund einer fehlerhaften Studie zum Infraschall im Jahr 2021 entschuldigen müssen, und die veröffentlichte Studie aus dem Verkehr gezogen.  Auch das Vogelsterben wird oft überschätzt: Der größte Anteil fällt auf Glasfassaden, Verkehr und Katzen, während Windräder nur einen kleinen Teil ausmachen. Der Eingriff in Landschaften ist real, aber durch sorgfältige Standortwahl und Rückbaupflichten bei Stilllegung lässt sich der Einfluss minimieren.

Ein weiterer Kritikpunkt an der Windkraft ist auch, dass die Rotorblätter schwer recycelbar seien. Tatsächlich bestehen die Flügel meist aus Verbundmaterialien wie Glasfaser- oder Kohlefaserverstärktem Kunststoff, die bisher nur schwer oder gar nicht vollständig recycelt werden konnten. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass viele ausgediente Flügel deponiert oder thermisch verwertet wurden.

Inzwischen gibt es jedoch große Fortschritte: Neue Verfahren wie Pyrolyse, chemisches Recycling oder mechanische Zerkleinerung ermöglichen die Wiederverwertung der Materialien. Einige Hersteller – etwa Siemens Gamesa oder Vestas – entwickeln bereits vollständig recycelbare Rotorblätter, bei denen Harze und Fasern getrennt und wiederverwertet werden können. Langfristig wird die Recyclingfähigkeit durch technische Innovationen und gesetzliche Vorgaben weiter verbessert – die Windbranche arbeitet intensiv daran, auch in dieser Hinsicht nachhaltiger zu werden. Windkraft bleibt eine zentrale, saubere Energiequelle im Kampf gegen den Klimawandel.


 [1] wegen falscher Werte (um Faktor 1000!) zurückgezogene Studie: https://www.naturwind.de/behoerde-raeumt-fehler-bei-untersuchungen-zu-infraschall-ein

Fazit

Die Windkraft bietet unserer Gemeinde zahlreiche wirtschaftliche, ökologische und soziale Vorteile. Sie trägt zur lokalen Wertschöpfung bei, stärkt die kommunale Finanzkraft, und schützt Umwelt und unser Klima. Bleibt es bei der Flächenkulisse im Regionalplan, lassen sich schon zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle Anlagen realisieren, für die ein gemeindliches Einvernehmen erteilt wurde. Aus diesen Gründen befürworten wir die rasche Aufstellung einer Positivplanung für Windkraft im Gemeindegebiet. Gemeinsam können wir die Energiewende vorantreiben und eine nachhaltige Zukunft für unsere Gemeinde gestalten.

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